Sport

Oh du mein Schinderhannes Steig

Laut taunus.info ist der Schinderhannes Steig vor den Toren Frankfurts wie folgt:

„Der Taunus Schinderhannes Steig zählt unbestritten zu den spektakulärsten Wanderwegen im Taunus. Der vom Deutschen Wanderverband als Qualitätsweg ausgezeichnete Weg führt auf 38 Kilometern durch Wälder und Wiesen über den Taunuskamm, vorbei an geschichtlichen Höhepunkten wie dem UNESCO Welterbe Limes und Burg Eppstein. Das Wandererlebnis mit zahlreichen Fernblicken ist ein Spiegel des Taunus, der auf diesem Weg einmal mehr zeigt, warum er das “schönste Mittelgebirge der Welt” (Alexander vom Humboldt) ist.“

Aufgrund dieser Beschreibung hat sich das Team LaufZeit (bestehend aus Jenny, Niko und einem MTB) gedacht, es wäre eine nette Sonntagsbeschäftigung, diesen hochgelobten Steig zu bezwingen. Laut GPS-Track eine schöne Tour von 38 km und ca. 1000 Höhenmetern und einer angegebenen Wanderzeit von 14 Stunden.

Warum aber kommt man auf die Idee, diesen Weg zu zweit und mit nur einem Rad zu laufen?

Team LaufZeit bestreitet am 21.9.19 einen Team Duathlon in Kusel. 42km, 1200 Höhenmeter, zwei Leute, ein Rad! Der Schinderhannes Steig sollte als Vorbereitung dienen.

Relativ motiviert wählten Jenny und Niko den Startpunkt am Gimbacher Hof in Kelkheim und platzierten vorher ein Auto am Endpunkt an der Landsteiner Mühle. Dieser Plan beinhaltet natürlich auch, dass es ein Versagen nicht geben kann. Das Auto muss auf jeden Fall erreicht werden, da der Fahrer, der das Team vom Auto zum Start brachte, natürlich nicht am Gimbacher Hof warten würde. Zitat: „ab jetzt gibt’s eh kein Zurück mehr. Ich schmeiße euch hier raus und fahre weg!“.

Die Fakten:

Bei angenehmen 10 Grad, Dauerregen, Nebel und üblen Bodenbedingungen ging es um ca. 13 Uhr auf die Piste. Nach den ersten Metern wurde beiden Athleten klar, dass es wohl kein Kindergeburtstag an diesem wunderschönen Sonntag werden würde. Den hätte man bei diesem Wetter ohnehin besser auf der heimischen Couch verbracht. Nach kurzen Problemen bei der Streckenfindung, kamen Jenny und Niko dann aber doch gut rein und die ersten 10 km liefen ziemlich gut. Der versprochene Ausblick auf die Frankfurter Skyline etc. blieb den beiden aufgrund der Nebelsuppe allerdings verwehrt. Unter uns, selbst bei freier Sicht hätte keiner des Teams einen Ausblick genießen können bzw. wollen.

Die Wege waren abwechslungsreich. Treppen, befestigte Straßen, unbefestigte Trails (mit dem Rad teilweise sehr schwierig), umgestürzte Bäume, Bäche, Büsche und immer wieder diese Steigungen, bei deren Anblick einem der Atem mit samt jeglicher Motivation und Kraft innerhalb von Sekunden flöten ging.

Nach ca. 20 km legte das Team eine winzige Pause ein. Riegel, Gel, Flüssigkeit, ein kurzes Motivationsgespräch und ein leichter Anflug von Sonnenstrahlen reichten aus um etwas Energie zu tanken. Der aktuelle Stand der Höhenmeter betrug ca. 700 Höhenmeter. Mit diesem Wissen waren Jenny und Niko etwas beruhigter. Viel kann ja nicht mehr kommen, wohl wissend, dass die Beine schon ziemlich schwer waren und die Nässe durch Mark und Bein zog. Insgeheim wollte jeder der beiden einfach nur am Auto sein. Dennoch, umkehren war weder eine Option, noch würde es an dieser Stelle Sinn machen.

Es ging also weiter und die nächste und härteste Steigung sollte nicht lange auf sich warten lassen. Mal ganz im Ernst, das Ding war weder fahrbar, noch laufbar und schien direkt aus der Hölle zu kommen. Davon abgesehen, schien der Anstieg schier unendlich lang zu sein. Spätestens jetzt war in den Augen der Athleten nur noch Leere, Leid und Schmerz zu erkennen. Ab diesem Zeitpunkt hörte der Spaß auf, die Nerven lagen blank und der Kampf mit sich selbst, der immer schlimmer werdenden Kälte und den Höllenwegen des Taunus fing an. Kaum ein Wort wurde gewechselt, der Regen wurde schlimmer und es fing an kälter und dunkler zu werden.

Die Uhr sagt für jeden noch 9 km Laufen und 9km auf dem Rad. Wobei sich mittlerweile fast ein Kampf ums Laufen breit machte. Die Zeit auf dem Rad war doch eher keine Erholung. Die Anstiege waren zu hart und zu glatt, die Abstiege zu steinig und zu wild. Immer wieder musste das Bike getragen oder geschoben werden.

Die Schinderei schien bald vorbei zu sein. Die Uhr zeigte noch 4 km an. Ein Funken der Motivation entflammte und erlosch nach jedem Anblick eines Anstiegs innerhalb von Millisekunden. Dann endlich die Zielgrade, der Blick aufs Auto, ein paar Tränen im Auge und die Erleichterung es geschafft zu haben. Das Gefühl, unbeschreiblich! Raus aus den tropfenden Klamotten, rein in die wärmende, trockene Wechselkleidung. Ein Radler zur Belohnung, die Sitzheizung und die Heizung im Auto auf die höchste Stufe und ab ging es Richtung wohlverdienter Dusche!

Team LaufZeit 1 : Taunus 0

Fazit:

Wandern bei gutem Wetter ok. Laufen eher nicht zu empfehlen. Es wurden über 42 km und knapp 1500 Höhenmeter in ca. 4 Std. 30 min. absolviert. Ein Steig um sie zu schinden, direkt aus der Hölle selbst.

Die Frage nach einer Wiederholung beantworteten beide Athleten vorsichtig mit „auf gar keinen Fall!“ gefolgt von einigen nicht jugendfreien Kraftausdrücken.

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VO2max – Trainierst du noch oder atmest du schon

Die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) ist einer von mehreren Faktoren für deine Laufzeit und somit ein Indikator für deine Leistungsfähigkeit im Ausdauersport. Der Wert gibt an, wie viel Sauerstoff dein Organismus pro Kilogramm pro Minute aufnehmen und verwerten kann. Mittels Spiroergometrie kann dieser Wert sehr gut bestimmt werden und ein individueller Trainingsplan erstellt werden. Um deinen VO2max-Wert ordentlich rauszuputzen kommst du um ein Intervalltraining im Submaximalen Bereich nicht drumherum.

Es gibt jedoch auch noch weitere Methoden um die maximale Sauerstoffaufnahme zu steigern. In dem Beitrag Hypoxietherapie wurde bereits beschrieben, welche Auswirkungen die Höhenluft auf zellulärer Ebene hat. Durch das Höhentraining werden nicht nur die Mitochondrien gestärkt und vermehrt. Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle und beliefern unseren Körper und die Muskeln mit Energie. Dafür wird Sauerstoff benötigt. Wir nennen diesen Mechanismus auch Zellatmung. Das heißt also für unsere VO2max: Mehr Mitochondrien = mehr Energie = gesteigerte Leistung. Zeitgleich finden allerdings auch weiter Anpassungen auf den Reiz durch das Höhentraining statt. Die Blutgefäße werden verfeinert und ausgebaut, sodass die Organe und Muskeln besser mit Blut und dadurch mit Sauerstoff versorgt werden können. Die roten Blutkörperchen (Träger von Sauerstoff) werden quantitativ und qualitativ positiv beeinflusst. Sauerstoff kann vermehrt transportiert und besser an die umliegenden Gewebe abgegeben werden. Außerdem wird die Atemmuskulatur gestärkt und das ganze Herz-Kreislaufsystem optimiert. All das führt zu einer Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme und somit zu einer gesteigerten Leistung.

Wer jetzt mit einer transportablen Maske seine Runden läuft, den muss ich leider enttäuschen. Diese Masken haben leider nichts mit Höhentraining wie in unserem Höhenlabor zu tun. Die Effekte bleiben bei transportablen Trainingsmasken laut vielen unabhängigen Studien aus. Es wird lediglich die Atemmuskulatur gestärkt. Der Effekt auf die VO2max bleibt aus.

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RheinRunners – Lauftreff mit Community

Du suchst einen Lauftreff, bei dem Gemeinschaft und viel Spaß im Vordergrund stehen?
Bei den RheinRunners wird der Sport zu Nebensache, denn es geht um etwas anderes: um das Erlebnis der nächtlichen Stadterkundung! Mit wechselnden Laufstrecken erkunden wir zusammen die schönen Ecken der Dom-Stadt. Anschließend geht es natürlich noch auf das ein oder andere Getränk in eine Bar.
Gemeinsam machen wir das Laufen zum Lifestyle.
Also lasst eure Stoppuhren zu Hause und genießt mit uns den schönsten Sport der Welt!
Ob Anfänger oder Profi, wir lassen niemanden zurück! Mitmachen kann jeder, der Spaß am Laufen hat. Wir starten jeden Mittwoch um 19.00 Uhr vor LaufZeit in der Eppichmauergasse 6 Mainz. Die Klamotten können im Lab deponiert werden. Ob Mainzer oder Neuling, schnür’ Deine Laufschuhe und werde Teil der Crewlove!
Wir erlaufen uns unsere Stadt!
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Muskelkater – Rollen, Dehnen, Belastung?

Was ist Muskelkater?

Bevor wir klären, was wir bei Muskelkater tatsächlich machen sollten, klären wir vorerst die Frage, was Muskelkater überhaupt ist:

Beim Muskelkater handelt es sich um kleinste Verletzungen in der Muskelfaser. Genauer, es sind kleine Risse in der Z-Scheibe, die dazu führen, dass der Muskel schmerzt. Dieses Mikrotrauma ist dafür verantwortlich, dass uns meist am nächsten Tag die Bewegung schwer fällt. Ebenfalls geht ein Kraftverlust, der über Wochen andauern kann, mit dem Kater einher.

Der Muskel entwickelt die größte Spannung bei exzentrischer Arbeit. Er wird hierbei durch externe Kräfte entgegen seiner Anspannung gedehnt. Viele merken das auch beim Bergabgehen. Wir merken diesen Schmerz allerdings erst Stunden nach der Bewegung. Das hängt damit zusammen, dass die Schmerzrezeptoren nicht direkt in der Muskelfaser liegen, sondern im umliegenden Gewebe. Die auslösenden Stoffe gelangen erst nach dem Austritt aus der Muskelfaser an die Schmerzrezeptoren.

Was sollen wir also nun machen, wenn uns der Kater in einem Muskel heimsucht?

Schonen ist auf jeden Fall eine gute Idee. Ebenfalls können wir die betroffene Stelle kühlen oder wärmen. Was nicht zu empfehlen ist, ist dehnen, erneut belasten oder massieren. Jeder kann sich vorstellen was passiert, wenn ein Riss in einem Gewebe gedehnt wird. Gleiches gilt für Faszienrollen. Mäßig angewendet, kann es zu einer Verbesserung führen, da die Schlackstoffe vom Muskel abtransportiert werden und hilfreiche heilende Stoffe nachströmen können. Aber auch hier gilt es langsam und vorsichtig um die verletzten Strukturen nicht noch mehr zu schädigen.

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